Dinner im Grill Royal

“My favourite animal is steak.” Fran Lebowitz.
02. September 2020
by Hermine Haarmann

Auf der Suche nach dem perfekten Steak habe ich schon viele Restaurants ausprobiert.  Peter Luger, Wolfgangs Steakhouse, Sparks Steakhouse,  Smith & Wollensky, The Brooklyn, die Schlachterbörse oder die Meatery in Hamburg und eben das Grill Royal in Berlin. Denn nicht nur in den alteingesessenen Restaurants Manhattans, mit ihrer gedimmten Atmosphäre, in der sich schon in der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts das Who is Who der New Yorker Society und der ein oder andere Mafioso die Klinke in die Hand gaben, sondern auch auf dieser Seite des Atlantik, lässt sich das Steak als Gericht zelebrieren. 


Das Grill Royal der Grill Royal Gruppe, zu der mittlerweile 5 Restaurants gehören, hat sich international einen gewissen Ruf erarbeitet. So wurde es erst vor kurzem auf Platz 11 der Liste gewählt und taucht immer wieder in der Presse auf, so vor kurzem in einem Interview der Zeit


Grund für uns, eines der auch unter der Berliner “high society” beliebten Restaurants unter die Lupe zu nehmen.


Für mich ein besonderes Erlebnis - denn ich esse leidenschaftlich gerne Steak. Das ging so weit, dass mir meine Mutter einmal, während meiner Universitätszeit, per Kurier in einer Kühlbox Rinderfilet schickte. Vorportioniert landete es im Gefrierfach - so konnte ich mir ab und an, als kleinen Luxus im ansonsten kulinarisch eher tristen Studentenalltag, ein Filet gönnen. Doch noch schöner ist es natürlich, Steak essen zu gehen. Freundliches Personal, eine gute Flasche Wein, angeregte Unterhaltungen und Kunst aus der Küche.

Nach einer langen Lockdown Phase, viel kochen am eigenen Herd und dem ein oder anderen Candle Light Dinner Zuhause, freuen Caro und ich uns auf einen Abend im Grill Royal


Wir reservieren vorab einen Tisch, bekommen die Speise-, sowie Weinkarte per Mail geschickt und können uns schon einmal einstimmen, was uns erwarten wird. Noch am Vortag meldet sich das Grill Royal telefonisch bei uns, erfragt unsere Daten und weist uns auf die geltenden Sicherheitsbestimmungen hin. Safety first. Dann ist der große Abend gekommen.




Da wir natürlich besonders hungrig sind und Steak allein uns nicht satt macht, teilen wir uns zu Beginn eine Artischocke mit 3 verschiedenen Dips. Wir gnatschen die Blätter ab und filetieren das Beste des Blütengemüses - das Herz. Mit Senf Vinaigrette oder aber der leicht scharfen Schmand Dip Variante ist das Herzstück einfach mit jedem Bissen eine Offenbarung.

Als Zwischengang wählen wir, unter den Augen des von unserem Appetit beeindruckten Kellner, die ganze Seezunge mit einem riesigen Kopfsalat als Beilage. 

Aufgrund der aktuellen Corona Maßnahmen dürfen die Kellner den Fisch nicht filetieren, für uns aber kein Problem, wir sind ja Profis.




Die Seezunge wird wunderbar begleitet von einem leichten Chardonnay. Der Kopfsalat ist ebenfalls ein Klassiker im Grill. Wunderbar knackig und frisch kommt er, auch in seiner Optik spektakulär, auf unseren Teller. 

Er wirkt wie frisch vom Feld gepflückt - wie machen sie das nur?

Diese Frage unbeantwortet, genießen wir unseren Zwischengang und freuen uns, denn unsere Steaks kommen an. 




Caro hat das Rinderfilet aus Deutschland vom Rittergut Temmen geordert - selbstverständlich aus ökologischer Tierhaltung - ich das 300 g Rinderfilet aus Pommern.


Beide sind auf unseren Wunsch hin medium rare zubereitet. Gewürzt sind die Steaks nur mit etwas Salz und so dermaßen auf den Punkt gegrillt, dass sie uns regelrecht auf der Zunge zergehen. Dabei schimmern die einzelnen Scheiben innen rosa, während sie von Außen knusprig daher kommen. Ein echter Genuss! Die Beilagen, die für sich schon spektakulär sind, rücken dabei in den Hintergrund. Gewählt habe wir gegrillte Pimientos de Padrón, den Klassiker Sweet Potatoe Fries und einen Salat mit Radieschen und frischer Gurke. All das bot die perfekte Bühne fürs Steak, ohne sich dabei geschmacklich zu sehr aufzudrängen.


Das Herzstück des Abends war zwar das Steak - aber direkt gefolgt vom wirklich tollen Service, über den wir uns von Anfang bis Ende bestens ver- und umsorgt fühlten. Präsent, ohne aufdringlich zu sein, ließ das Personal uns Corona einen Abend lang vergessen, trotz der omnipräsenten Sicherheitsmaßnahmen. 


Das Grill ist in Berlin schon für sich genommen ein spannender Ort, der durch seine Gäste bunt und das einzigartige Steak, besonders wird. Es ist bestens geeignet, um sich “mal etwas zu gönnen”, einen besonderen Moment zu feiern, oder auf der Terrasse eine lange Woche gemütlich ausklingen zu lassen und Leute dabei zu beobachten, wie sie die Treppe hinunter flanieren.



Well done - wir kommen immer gerne wieder. 


Written by
Hermine Haarmann

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